Bunte Farben und Formen aus der Natur – das sind die Zutaten der Kunst von Friedensreich Hundertwasser. Der Wiener Künstler war schon zu Lebzeiten weltberühmt, nicht zuletzt wegen der kunstvollen Umsetzung seiner architektonischen Gedanken. Die Klassen 9 und 10 der John-Bühler-Realschule unter der Leitung ihrer Kunstlehrerin Katharina Haberbeck arbeiten seit Anfang des Schuljahres an Entwürfen für ein grünes Klassenzimmer – ganz im Sinne von Hundertwasser.

 

Wien, Löwengasse 5. Mitten in einem Wiener Innenstadtbezirk erheben sich plötzlich Säulen und Formen, die aus Tausendundeiner Nacht entsprungen sein könnten. Farben, Pflanzen und die Abkehr von geometrischen Formen sind die Zutaten der Hundertwasserarchitektur, die auch den ökologisch anthroposophischen Ansatz für eine menschenfreundliche Architektur beachten. Tausende von Besuchern aus aller Welt machen diese kompromisslose und trotzdem faszinierende Architektur zu einem der Besuchermagneten der österreichischen Metropole.

Auch für Kunstlehrerin Katharina Haberbeck war der Besuch des Hundertwasserhauses ein bleibender Eindruck. „Formen und Farben, wie sie in der Natur vorkommen und den Menschen wieder als Teil dessen wahrnehmen, dies hat mich nicht mehr losgelassen“, erzählt Haberbeck. So entstand der Gedanke, diese Kunst auch den Schülern nahezubringen.

Vor kurzem wurden zwei Wandzeitungen fertiggestellt, auf der alles Wissenswerte über den Wiener Künstler, der im Jahr 2000 verstarb, zu finden ist. „Auch die Wandzeitung verzichtet natürlich ganz im Sinne von Hundertwasser auf gerade Linien, da diese nicht in der Natur vorkommen“,  erläutert Kunstlehrerin Haberbeck.

Nach diesem ersten Schritt machen sich die Klassen nun an eine Konzeption für ein grünes Klassenzimmer. Dieses Projekt soll natürlich im Sinne von Hundertwassers Architektur durchgeführt werden, ohne ihn jedoch kopieren zu wollen. „Wichtig ist bei diesem Projekt, dass die Schüler kreativ versuchen im Sinn der hundertwasserschen Konzeption und Ideen ein Klassenzimmer zu entwerfen, ohne jedoch seine Architektur zu kopieren“, so Haberbeck.

Eine Jury aus Dornhan soll schließlich über den besten Entwurf entscheiden, der möglichst mit Spendengeldern und der Unterstützung der Stadt  realisiert werden soll. Vielleicht wird dann auch Dornhan einen weiteren architektonischen Anziehungspunkt haben – von Schülern der JBRS erdacht.